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Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Wölfershausen


In einer Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins wurden neben kommunalen Themen wie Haushalt, Rückführung der Verschuldung, Gebühren und  dem Stand der aktuellen Baumaßnahmen unter reger Beteiligung und Erläuterungen  des Bürgermeisters Daniel Iliev und des Stadtverordnetenvorstehers Detlef  Scheidt diskutiert  Für Gesprächsstoff sorgten aber vor allem der möglicherweise erneute Eintritt der SPD in die Bundesregierung   sowie  die vom Kreis vorgeschlagene Schließung der  Grundschule Wölfershausen.

Es besteht zurzeit Einigkeit, dass ein Eintritt der SPD in eine Groko abgelehnt wird. Das Wahlergebnis der Bundestagswahl vom 24.09.2017 zeigt, dass die Groko knapp 14 % verloren hat, d. h. die Wähler wollen keine Groko mehr. Die SPD ist trotz guter Arbeit in Berlin abgestraft worden.

Eine mögliche neue große Koalition könnte die SPD auf 15 % sacken lassen. Nunmehr ist Frau Merkel gefordert, sich ihre Mehrheiten im Parlament zu suchen. Mit „Weiter so und wir schaffen das“ wird sie so kaum erfolgreich sein. Jetzt sind konkrete Inhalte wie z.B. Mieten, soziale Schieflage, Alterssicherung Bildung, Digitalisierung, Sanierung der Infrastruktur, ein gerechtes Steuersystem gefragt, die bei der Bevölkerung absolute Priorität haben.

Aufgabe der SPD kann es nur sein, in der Opposition ihre Ziele besser zu kommunizieren und sich auf ihr eigentliches Profil zu konzentrieren. Die SPD kann letztlich nur eine Minderheitsregierung tolerieren, das gilt in erster Linie für die Außen- und Europapolitik Sollte eine Minderheitsregierung auch nicht zustande kommen, muss es Neuwahlen mit ungewissem Ausgang geben. 

Heftige Kritik äußerte die Versammlung an dem vorliegenden Kreisschulentwicklungsplan, der die  Schließung der Grundschulen Hönebach und Wölfershausen sowie der Außenstelle der Berufsschule in Heimboldshausen vorsieht. Dagegen haben bereits die politischen Gremien Heringens nachdrücklich protestiert, zumal die Schließung der in 1964 eingeweihten Grundschule Wölfershausen allein wegen drohender Investitionskosten angedacht ist Für einen Erhalt der Schule spricht, dass dort gegenwärtig 61 Kinder beschult werden und nach einem kurzen Rückgang die Schülerzahlen in Wölfershausen aufgrund der Geburtenzahlen wieder erheblich steigen werden.

Hinzu kommt, dass in der Hauptstelle Heringen zurzeit nicht die benötigten Räume zur Verfügung stehen. Unbedingt muss Heringen darauf bestehen, dass alle Heringer Kinder, auch die aus Kleinensee, Schulen in der Stadt Heringen besuchen. Von einer Schließung wäre auch die Turnhalle betroffen und damit das im ländlichen Raum so wichtige Vereinsleben, vor allem die Vereine  die hier ihre sportlichen Aktivitäten betreiben.

Die angedachte Schließung der Grundschule wäre der Heringer Bevölkerung vor allem auch deshalb nicht zu vermitteln, wenn man den zu erwartenden Investitionskosten die von Heringen an den Kreis gezahlte Schulumlage gegenüber stellt. Allein in den letzten zwei Jahren hat Heringen 4,75 Mill. € und seit 1998 insgesamt 30 Mill. €. Schulumlage an den Kreis abgeführt. Es bleibt zu hoffen, dass Bgm. Ilievs mit seinem Optimismus recht behält, der Kreistag werde den besagten Entwicklungsplan nicht in der vorliegenden Form beschließen und die Grundschule Wölfershausen bleibe erhalten.

gez. Dieter Schlieben, Schriftführer

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